CE-Kennzeichnung von Spielzeug: Wissenswertes

Hier erfährst Du alles Grundlegende zur CE-Kennzeichnung von Spielzeug, in einfachen Worten erklärt.

CE-Kennzeichnung: Warum muss ich das machen?

CE-Zeichen: Gesetzliche Pflicht

Auch wenn es „nur“ über die Website oder einen Online-Shop ist: Alle HerstellerInnen von Spielzeug, die ihre Ware auf dem europäischen Markt verkaufen, sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Produkte mit dem CE-Zeichen zu kennzeichnen. Jedoch darf man das Zeichen nicht „einfach so“ anbringen. Das Zeichen sagt nämlich aus, dass der Hersteller/die Herstellerin (also Du) sicher stellt, dass das Spielzeug den EU-Richtlinien für Spielzeugsicherheit entspricht. Das wird durch Sicherheitstests am Spielzeug, chemisch einwandfreies Material und Unterschreiben gesetzlich vorgeschriebener Formulare und Unterlagen gemacht.

Oberkörper einer Puppe, die am Arm ein Etikett mit CE-Kennzeichnung und Wäschesymbolen hat
CE-Kärtchen („Etikett“) an einer Stoffpuppe nach Waldorfart. Auf der Rückseite des Kärtchens finden sich weitere wichtige Angaben.

Das CE-Zeichen ist KEIN Güte-Siegel

Dabei ist das CE-Zeichen wie ein Pass-Dokument. Es ist kein Güte-Siegel, sondern schlicht Pflicht. Alles Spielzeug, das in der EU verkauft wird, muss es tragen. Es ist eine Selbstverständlichkeit und keine Auszeichnung. Denn die EU-Gesetzgebung legt für Spielzeug bestimmte sicherheitstechnische Anforderungen fest. Und das CE-Zeichen bestätigt, dass diese eingehalten werden. Darum ist es in der EU für jedes Spielzeug vorgeschrieben.

Darf ich mein Spielzeug erstmal ohne CE-Zeichen verkaufen?

Leider nicht. Ohne CE-Zeichen darf Spielzeug in der EU nicht verkauft werden. Wenn Du Spielsachen verkaufst, die kein CE-Zeichen tragen, solltest Du Dich ganz schnell mit der CE-Kennzeichnung befassen. Und die Kennzeichnung natürlich nachholen. Auch wenn Du „nur“ ein paar Knistertücher, kleine Wollzwerge, Puppenkleidung oder Rasseln im Jahr verkaufst.

Leider bist Du nicht die einzige, die Spielzeug ohne CE verkauft. Etsy und andere Verkaufsplattformen (früher: Dawanda) sind voll von Spielzeug ohne CE-Zeichen. Aber all diese Verkäufer*innen handeln ungesetzlich und bringen damit ihre Kunden, die Kinder und auch sich selbst in Gefahr. Deswegen solltest Du Dich ganz schnell auf die sichere Seite begeben.

Kann ich die CE-Kennzeichnung irgendwie umgehen?

Ist mein Produkt wirklich ein Spielzeug?

Alles Spielzeug braucht die CE-Kennzeichnung. Medizinprodukte, Maschinen und einige andere Produktklassen übrigens auch, aber für die gibt es wieder ganz andere Vorgaben.

Aber was ist eigentlich Spielzeug und was nicht? Die Definition für Spielzeug hinsichtlich CE ist grob gesagt:

  1. Das Produkt besitzt Spielwert, regt also Kinder zum Spielen an.
  2. UND der Verwendungszweck als Spielzeug muss vom Hersteller beabsichtigt sein

Mit dem zweiten Punkt wird ausgeschlossen, dass auch Kochlöffel, Töpfe, Einmachgläser, Kabel, Wäscheklammern, Handys usw. unter die Spielzeugrichtlinie fallen. Denn für Kinder besitzen ja viele Produkte einen Spielwert. Aber Achtung: Auch Spielzeug für Hunde muss ggf. das CE-Zeichen für Spielzeugsicherheit tragen, da es Spielzeug für Menschenkinder oft sehr ähnlich ist.

Ausnahme 1: Sammlerobjekte (z.B. Sammlerpuppen)

Produkte für Sammler sind gegebenenfalls von der CE-Pflicht ausgenommen, auch wenn sie einen Spielwert haben. Dazu zählen z.B. Folklorepuppen oder Nachbildungen von historischem Spielzeug. Das ist jedoch tricky. In einem solchen Fall musst Du auf der Verpackung bzw. den begleitenden Unterlagen eindeutig darauf hinweisen, dass es sich um ein Sammlerobjekt für Personen ab 14 Jahren handelt. Auch Verkaufsort, Preis und Produktdarstellungen müssen eindeutig klarstellen, dass es sich um ein Produkt für Sammler*innen handelt. In keinster Weise darf das Produkt auf Bildern oder in andere Zusammenhängen (Webshop) als Spielzeug abgebildet, verkauft oder vermarktet werden.

Ausführliche Infos zu diesem Thema findest Du in diesem Blogbeitrag.

Du dürftest es z.B. in der Kategorie „Spielzeug“ auf Etsy nicht verkaufen. Und auch kein Bild von dem Spielzeug in den Händen eines Kindes in Deinem Shop oder auf der Verpackung zeigen. Denn in diesen Fällen würde Dein Produkt von einer Aufsichtsbehörde sehr wahrscheinlich als Spielzeug eingestuft werden.

Unterscheidung Sammlerpuppen und Spielpuppen

Genaue Infos zur Unterscheidung von Sammlerpuppen und Spielpuppen findet man in der Leitlinie Nr. 6 der Spielzeugrichtlinie (PDF). Die widmet sich ganz genau diesem Thema. Es gibt durchaus Puppenmacherinnen, die ihre Puppen für viel Geld (manchmal für über 1000 Euro pro Puppe!) als Sammlerobjekte anbieten. Dafür gibt es spezielle Verkaufsplattformen, oder es geschieht direkt über Facebook oder Instagram.

Weitere Informationen zur Frage Spielzeug oder Nicht-Spielzeug gibt die Leitlinie Nr. 4 über Grauzonenprodukte der Spielzeugrichtlinie (PDF): Hier wird versucht genauer zu definieren, was im Zweifelsfall als Spielzeug gilt und was nicht. Interessant für den Einstieg, wenn Du Dich mit der Frage „Ist mein Produkt WIRKLICH ein Spielzeug?“ befassen möchtest. Denn in der Leitlinie steht, was als Beurteilungskriterien herangezogen wird.

Alterseinstufung: Spielzeug ab 3 Jahren / unter 3 Jahren geeignet

Informationen zur Alterseinstufung gibt die Leitlinie Nr. 11 (PDF), die sich der Frage widmet, welches Spielzeug als Spielzeug für Kinder unter und über 3 Jahren eingeordnet wird. Wichtige Info für Puppen- und Stofftier-Herstellerinnen: Weiche Puppen und Kuscheltiere MÜSSEN auch für Kinder unter drei Jahren geeignet sein – hier darfst Du nicht dranschreiben „Erst ab 3 Jahren geeignet“!

In den CE-Handbüchern finden sich zu dem Thema „Spielzeug oder nicht?“ ausführliche Information. Die hier verlinkten Leitlinien sind Bestandteil des Datenpakets, das zum CE-Handbuch dazu kommt.

Ausnahme 2: „Rein funktionale“ Schnullerketten

Hier findest Du einen Blogartikel, der ausführlich auf das Thema „Welche Schnullerketten brauchen CE?“ eingeht

Viele Schnullerketten sind als Spielzeug anzusehen, weil sie Spielelemente aufweisen. Klar, Schnullerketten animieren kleine Kinder zum Spielen. Nur schlichte, „rein funktionale“ Schnullerketten müssen kein CE-Zeichen tragen. Das ist aber unter Umständen tricky und sollte im besten Fall durch Deine „Marktaufsichtsbehörde“ (meist Dein Gewerbeamt) bestätigt werden. Im CE-Handbuch für Schnullerketten gibt es ein Kapitel, das Dir dabei hilft, sogar mit Textvorlage für Dein Schreiben ans Gewerbeamt. Oder Du liest diesen Blogartikel, der die Inhalte des Kapitels fast komplett darstellt.

Jedoch:
Für Schnullerketten, die in der EU verkauft werden, gibt es die so genannte „Schnullerkettennorm“ DIN EN 12586. Die in dieser Norm festgelegten Sicherheitsstandards müssen alle Schnullerketten einhalten, ob CE-pflichtig oder nicht. Auch verpflichtet nicht nur die Spielzeugrichtlinie, sondern auch das deutsche Produktsicherheitsgesetz jeden Hersteller zur Dokumentation seiner sicherheitstechnischen Maßnahmen.

Deswegen ist es nicht wirklich weniger Arbeit, die Sicherheit von nicht CE-pflichtigen Schnullerketten nachzuweisen. Auch wenn Schnullerketten kein CE benötigen, müssen Sicherheitstests gemacht werden. Und wie man herstellt, welche Materialien man benutzt und vieles anderes, muss dokumentiert werden.

Mehr Infos zum Thema „Welche Schnullerketten brauchen CE?“ kannst Du in diesem ausführlichen Blogbeitrag nachlesen.

Warum darf ich nicht „CE-Zertifizierung“ sagen?

Vielleicht bist Du in einer CE-Gruppe auf Facebook oder anderswo auch darauf hingewiesen worden, dass es nicht „CE-Zertifizierung“ heißt. Das ist richtig. Man muss immer brav „CE-Kennzeichnung“ sagen. In meinen Ohren klingt das zwar wie Haarspalterei. Denn natürlich wird durch das CE-Zeichen „die Sicherheit bestätigt“, was ja „zertifizieren“ streng genommen genau bedeutet. Aber das CE-Zeichen hat eben offiziell nicht die Funktion eines „Zertifikats“, sondern eher die eines Pass-Dokuments. 

Wo muss ich meine CE-Dokumente zur Überprüfung/Bestätigung hinschicken?

Ich wurde schon von vielen Kundinnen der CE-Handbücher gefragt, welche Stelle ihnen denn nun ihre CE-Kennzeichnung bestätigt, also wohin sie alle ihre Unterlagen schicken müssen, um die CE-Kennzeichnung „gültig zu machen“. 

Die Antwort lautet erstaunlicherweise: Nirgendwohin! Denn als Hersteller ist man zwar gesetzlich verpflichtet, die CE-Kennzeichnung ordnungsgemäß zu machen, aber „abnehmen“ tut es im Regelfall keiner. Man bewahrt die Unterlagen sorgfältig bei sich zu Hause auf und aktualisiert sie regelmäßig. Wie man aktualisiert und bei welchen Anlässen oder Änderungen, steht auch in den CE-Handbüchern.

Hier findest Du einen ausführlichen Blogartikel, der sich der Frage widmet, was man tun muss, wenn neue Versionen der DIN-Normen herauskommen. Das erklärt schon viel davon, wie man seine CE-Kennzeichnung aktuell hält.

Warum sollten mein CE-Unterlagen ordentlich sein?

Wenn es Beanstandungen gibt, geht das Gewerbeamt oder eine andere prüfende Instanz dem Fall nach. Dann werden sie bestimmte Unterlagen anfordern und schauen, ob alles bei Dir seine Richtigkeit hat. Das kann passieren, wenn sich ein Kind an Deinem Spielzeug verletzt. Oder wenn jemand (eine Konkurrentin?) aus welchen Gründen auch immer die Gewerbeaufsicht informiert, dass Du vielleicht nicht alles richtig gemacht hast…

Besonders in der Schnullerkettenwelt kommt es anscheinend manchmal vor, dass die Herstellerinnen sich gegenseitig anzeigen. 🙁 Bei den Puppenmacherinnen ist es mir noch nicht zu Ohren gekommen.

Deswegen rate ich dazu, sich mit der CE-Kennzeichnung zu befassen. So schlimm ist es nicht: es haben schon so viele vor Dir geschafft! Mit den CE-Handbüchern ist es wirklich machbar.

Wozu brauche ich die DIN-Normen?

Hier findest Du einen ausführlichen Blogbeitrag über die DIN-Normen. Den habe ich einmal verfasst, weil ich mitbekommen habe, dass viele am Anfang gar nicht wissen, warum sie die DIN-Normen eigentlich brauchen und was in denen drinsteht.

Zusammengefasst:

Die DIN-Normen beschreiben genau, was ein Spielzeug sicher macht, in vielen verschiedenen Hinsichten. Und sie beschreiben, wie man das prüft, enthalten also genaue Beschreibungen der Sicherheitstests an den Spielzeugen. Sie legen auch die Grenzwerte fest, unter denen eine bestimmte Eigenschaft noch als sicher gilt usw., also zum Beispiel, wie fest man genau an einem Puppenbein ziehen muss und wie, um die Sicherheit zu testen.

Du brauchst die Normen, weil Du ohne sie nicht sicher stellen kannst, dass Dein Spielzeug sicher ist. Leider kosten die Normen Geld. Bei den Spielzeugvereinen sind sie im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Die Normen sind für viele schwer verständlich

Weil die DIN-Normen von Prüf-Ingenieuren für Prüf-Ingenieure verfasst worden sind, sind sie für viele Menschen nicht leicht verständlich und anwendbar. Es wimmelt darin von Technik („Mechanik“), Chemie und Physik. Da gibt es technische Angaben und physikalische Formeln. Und die Inhalte sind total verflochten. Ständig wird man auf einen der tausend anderen Paragraphen verwiesen, was die Lesbarkeit echt erschwert. 

Kurz: Es ist nicht so leicht, durch die Normen durchzusteigen. Deswegen erkläre ich in den CE-Handbüchern, wie man das alles machen muss und zu Hause anwendet.

CE-Kennzeichnung von Spielzeugen: Ablauf

Die CE-Kennzeichnung besteht aus mehreren grundsätzlichen Arbeitsschritten. In den CE-Handbüchern sind diese nochmal in kleinere Portionen aufgeteilt. (Am Anfang bestehen die Schritte im CE-Handbuch vor allem aus schlichtem Lesen. Ganz gemütlich.)

CE-Kennzeichnung Schritte:

  1. Information: Verstehen, wie alles zusammenhängt, welche Gefahren von Deinen Spielzeugen ausgehen könnten, und überlegen, für welche Altersgruppe Dein Spielzeug geeignet sein muss. Das alles steht in den ersten Kapiteln der CE-Handbücher alles übersichtlich und einfach erklärt.
  2. Cleveres Design: Spielzeug von vornherein so entwerfen und gestalten, dass es sicher ist (= die relevanten Sicherheitstests besteht). Hierbei helfen die CE-Handbücher mit ausführlichen Listen (Tipps) von sicherheitsrelevanten Qualitätsmerkmalen der verschiedenen Spielzeuge. Es steht auch gleich dabei, wie Du z.B. nähen musst, um Nähte sicher zu machen, und worauf Du sonst achten musst.
  3. Risikobewertung / Gefahrenanalyse: Einschätzen, welche Gefahr potenziell vom Spielzeug, seiner Verpackung und anderen Aspekten ausgeht, wie hoch diese Gefahren sind und was man dagegen zu unternehmen gedenkt. Bei den CE-Handbüchern sind praktische Tabellen dabei, um die Risikobewertung ganz einfach durchzuführen.
  4. Schlüsse aus der Risikobewertung ziehen: Herstellung oder Verpackung  anpassen, eine Prüfplan (Liste der Sicherheitstests) aufstellen,… oder andere Maßnahmen ergreifen. Welche, hängt von Deinem Spielzeug ab. Überflüssig zu sagen, dass die CE-Handbücher auch hierbei helfen.
  5. Sicherheitstests am Spielzeug durchführen. Jetzt muss gezogen, eingeklemmt, gedreht und gemessen werden. Zum Teil muss auch ein Brenntest durchgeführt werden, aber dafür kann man ggf. auch Dummies verwenden. Wie man das macht und was bei der Prüfplanung wichtig ist, ist in den CE-Handbüchern genau erklärt. Die CE-Handbücher erklären auch alle Tests ganz genau gemäß den DIN-Normen. Sie helfen Dir auch dabei, die Tests normgemäß zu Hause durchzuführen (ohne Prüflabor). Manche Tests sind laut DIN-Normen vorgeschrieben, auch wenn Du in diesem Aspekt eventuell keine Gefahr siehst.
  6. Die Sicherheit all Deiner verwendeten Materialien sicherstellen: Material-Zertifikate bei den Herstellern/Händlern der Materialien sammeln.
  7. Technische Dokumentation erstellen: Das ist der größte Brocken Arbeit. Die „TD“ umfasst unter anderem die Risikobewertung, aber auch Testberichte/Prüfberichte aller Sicherheitstests, eine Liste all Deiner verwendeten Materialien (inkl. Zertifikaten, dass sie sicher für die Spielzeugherstellung sind), und einiges mehr. Eine komplette Vorlage für die TD ist bei den CE-Handbüchern dabei. Diese Vorlage ist der eigentliche Clou und erspart Dir wochenlange Arbeit.
  8. Konformitätserklärung erstellen und unterschreiben: Die Konformitätserklärung ist ein rechtlich bindendes Dokument, in dem Du bestätigst, dass Du alles beachtet hast, was Spielzeugrichtlinie und die für Dich geltenden DIN-Normen festgelegt haben. Die unterschriebene Konfomitätserklärung berechtigt Dich, das CE-Zeichen an Dein Spielzeug anzubringen und es „in Verkehr zu bringen“. Natürlich ist bei den CE-Handbüchern auch eine Vorlage für die Konformitätserklärung dabei. Dabei gibt es nämlich einiges zu beachten.
  9. Ein CE-Etikett erstellen und dieses an jedes Deiner Spielzeuge / Schnullerketten anbringen, die Du verkaufst. Im CE-Handbuch steht genau, was alles aufs CE-Etikett gehört, was man dabei beachten muss, welche zusätzlichen Infos vorgeschrieben sind usw. Auch sind Tipps zur Gestaltung dabei und Ideen, welche Art von Etiketten man verwenden darf. Für Schnullerketten sind auch Vorlagen für die Sicherheitshinweise (Gefahrenhinweise) dabei.
  10. Herstellung und Dokumentation immer auf dem aktuellen Stand halten. Die CE-Kennzeichnung ist (leider) keine ganz einmalige Sache, die man einmal hinter sich bringt und gut is‘. Man muss sich immer über Änderungen informieren und seine Spielzeuge und deren Dokumentation ggf. daran anpassen. Aber keine Sorge, das ist nicht soooo viel Arbeit. Wenn man einmal durch ist mit der CE-Kennzeichnung, ist die fortlaufende Pflege eher ein Klacks.

Hier im CE-Blog berichte ich über Updates und Infos zu Aktualisierungen. Immer so, dass Du genau weißt, was Du tun musst. 

Hier ein ausführlicher Blogartikel zum Thema, was man tun muss, wenn neue Normen-Versionen erscheinen. Das ist der größte Brocken, der an Aktualisierung auf einen zukommen kann.

Womit fange ich an? (Erste Schritte)

Wenn Du überlegst, das CE-Handbuch zu kaufen, kauf es und beginn einfach die Anleitung zu lesen. Die führt Dich Schritt für Schritt durch alles – Du musst vorher gar nichts weiter wissen oder tun. Es beginnt gemütlich mit allen Informationen, die Du haben musst. Das Buch hilft Dir in einem Schritt sogar beim Anlegen von praktischen Ordnern auf dem Computer und arbeitet sich dann Schritt für Schritt durch Entscheidungen, Werkzeugbestellung bis hin zur Durchführung der Sicherheitstests und zum Ausfüllen/Bearbeiten der Vorlage für die Technische Dokumentation. Es folgen alle Infos und Hilfe zum Texten und Gestalten des CE-Etiketts.

An geeigneter Stelle überlegst Du, ob Du in einen der Spielzeug-Vereine eintreten möchtest und tust dies dann gegebenenfalls. Mit dem CE-Handbuch kann man auch ohne Spielzeug-Verein auskommen. Jedoch brauchen die meisten, die in einem Spielzeug-Verein sind, trotzdem ein CE-Handbuch. 

Wenn Du dennoch ohne ein CE-Handbuch auskommen willst, meldest Du Dich am besten bei einem der Spielzeug-Vereine an (siehe unten), liest dort auf den Websites alles Verfügbare und versuchst ohne Anleitung und Vorlagen durchzukommen. Viele meiner Kundinnen haben so angefangen — und dann irgendwann doch das CE-Handbuch gekauft. Weil es ohne ehrlich gesagt fast nicht zu schaffen ist. Und das sage ich nicht nur, weil ich die Dinger verkaufe. Ich habe es am eigenen Leib erlebt und bekomme auch von meinen Kundinnen mit, dass sie es allein mit Verein nicht geschafft haben.

CE-Kennzeichnung: Dauer

Ich kann hier nur eine Aussage für die CE-Kennzeichnung mit CE-Handbuch treffen. Ohne CE-Handbuch dauert es auf jeden Fall viel länger, wahrscheinlich mehrere Monate. Und es ist viel nerviger, unübersichtlicher und frustrierender.

Bei der Einschätzung der Dauer kommt es u.a. auf folgende Aspekte an:

  • Wie schnell/gut liest und schreibst Du?
  • Hast Du schon Texte, auf die Du zurückgreifen kannst (z.B. Herstellungsbeschreibung)?
  • Hast Du Erfahrung in Graphik und Gestaltung?
  • Hast Du eventuell einen besonders gut ausgestatteten Werkzeugkasten, der bei den Tests helfen kann, oder einen Freund/eine Freundin, die handwerklich/technisch gewieft und gut ausgestattet ist?
  • Wie viele Materialien verwendest Du (jedes Material-Zertifikat dauert seine Zeit…)?
  • Hast Du schon Produktfotos?
  • Hast Du schon ein fertiges Spielzeug, das Du für die Tests verwenden kannst?
  • … und einiges mehr

Schätzung der Zeit für die CE-Kennzeichnung von Spielzeugen:

Wenn Du eins meiner CE-Handbücher verwendest, kommen an reiner Arbeitszeit, d.h. was Du für Lesen, Schreiben, Testen, Bestellen usw. brauchst,

– zwischen 20 Stunden und 15 Tage Arbeit auf Dich zu. –

Je nachdem, wie schnell Du bist und worauf Du evtl. schon zurückgreifen kannst. Natürlich auch abhängig vom Spielzeug, das Du prüfst – bei Schnullerketten geht’s meist ein wenig schneller als bei Puppen mit verschiedenen Outfits. Achtung: Hinzu kommen immer Wartezeiten auf Bestellungen (z.B. von Werkzeugen) und Wartezeiten auf die Material-Zertifikate.

Trost: Ohne CE-Handbuch dauert es sehr (SEHR!) viel länger. Oder Du gibst auf, weil Du nicht mehr durchsiehst bei all den Aufgaben und Unsicherheiten. Allein das Erstellen der vielen Seiten für die Technische Dokumentation ist eine Riesen-Arbeit von mehreren Wochen, wenn man keine Vorlage hat. Und was da alles reingehört, findet man gar nicht so leicht heraus.

Ich habe für meine erste CE-Kennzeichnung mehrere Monate gebraucht, weil ich so Vieles recherchieren, besorgen und vor allem so viele Dokumente neu erstellen musste – und weil ich mich in den vielen verschiedenen Aufgaben, Baustellen und Unterlagen einfach verzettelt habe, weil mich niemand an die Hand genommen hat. Das CE-Handbuch bringt den ganzen Arbeitsberg in eine sinnvolle Reihenfolge.

CE-Kennzeichnung Kosten

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Um die CE-Kennzeichnung ordnungsgemäß durchzuführen, solltest Du mit folgenden Kosten rechnen:

  • CE-Handbuch (75 € für weiche Spielzeuge, 80 € für Schnullerketten). Ohne CE-Handbuch geht’s vielleicht auch irgendwie, mit CE-Handbuch geht es aber definitiv sehr (SEHR!) viel schneller, leichter und schmerzfreier. Sehr viele, die es ohne CE-Handbuch versuchen, geben wieder auf, weil es nicht wirklich machbar ist und furchtbar frustriert. Die CE-Handbücher nehmen Dich an der Hand, ordnen den ganzen Prozess effizient und halten Dich bei der Stange.
  • DIN-Normen: 60 bzw. 120 Euro, wenn Du in einen der Spielzeug-Vereine „Spiel Sicher e.V.“ oder „Wir machen Spielzeug“ eintrittst, bei denen die DIN-Normen in der Mitgliedschaft enthalten sind. Oder Du lädst die Normen bei beuth.de direkt herunter, was allerdings für weiche Spielzeuge mindestens 406 Euro kostet (DIN EN 71-1 für rund 307 Euro und DIN EN 71-2 für rund 99 Euro).
    Alternativen stehen im CE-Handbuch (z.B. Einsicht in die Normen in bestimmten Bibliotheken). Ich habe auch schon mitbekommen, dass Kundinnen meiner CE-Handbücher sich die Normen gar nicht beschafft haben, weil es mit dem Handbuch ja auch ohne ginge. Dazu mag ich aber aus rechtlichen Gründen nicht raten.
  • Werkzeuge und andere Materialien: Natürlich brauchst Du allerlei Werkzeuge für die Sicherheitstests, aber auch ggf. Materialien für Test-Dummies, Papier und Ordner und dergleichen. Ich würde für alles drum und dran insgesamt rund 150 Euro ansetzen (es wird eher weniger, denn manches hat man schon zu Hause). Die Spielzeug-Vereine (siehe oben) bieten zum Teil Prüf-Sets an, die die wichtigsten Werkzeuge enthalten. Diese Sets kosten rund 50 Euro.
    In den CE-Handbüchern findest Du eine Übersicht aller benötigten Werkzeuge und Materialien mit Bezugsquellen, Kosten und vielen Tipps zum Geldsparen.

CE-Kennzeichnung für Spielzeuge: Wo finde ich Unterstützung?

Die CE-Handbücher

Die optimale Hilfe bei der CE-Kennzeichnung sind meine CE-Handbücher. Auch wenn Du jetzt denkst: „Na klar sagt sie das, sie verkauft die Dinger ja auch!“, dann lass Dir gesagt sein: Dass es nicht einfacher und kostengünstiger geht als mit den CE-Handbüchern, bestätigen inzwischen Hunderte von Kundinnen. Ich hatte bisher noch nie eine Kundin, die unzufrieden war, oder den Preis nach Erhalt zu hoch fand. Eigentlich das Gegenteil: Ich bekomme ausnahmslos überschwängliche Dankes-Mails und immer wieder die Info, dass die CE-Handbücher jeden Cent wert sind, die sie kosten.

Ich selbst finde auch, dass sie mehr wert sind, als sie kosten. Ich müsste sie eigentlich viel teurer verkaufen. Aber ich weiß auch, dass man als Kleinherstellerin einfach nicht so viel ausgeben kann. Ich sitze bzw. saß als Puppenmacherin ja im selben Boot wie Du und weiß, wie es ist, wenn man sein kleines, feines Business starten will und plötzlich den Riesen-Berg CE-Kennzeichnung vor sich aufragen sieht. Dafür auch noch Hunderte von Euros zu berappen, hat schon manche Kleinherstellerin ihre Pläne auf Eis legen lassen.

Meine Empfehlung: Du kannst getrost mit den CE-Handbüchern anfangen und Dich dann später nach gutem Abwägen für eine Vereins-Mitgliedschaft entscheiden.

Vereine für SpielzeugherstellerInnen

Du kannst natürlich auch sofort Mitglied in den Vereinen SpielSicher oder Wir machen Spielzeug werden, wo Du gegen eine Mitgliedsgebühr (60 Euro bei SpielSicher bzw. 120 Euro bei WMS) allererste Informationen und den Zugang zu den DIN-Normen für Spielzeug-Sicherheit erhältst.

Wenn ich in einem Verein für Spielzeug-Hersteller bin, brauch ich dann noch ein CE-Handbuch?

In den Vereinen bekommst Du keine klare, umfassende, effiziente Anleitung und Vorlagen für die zu erstellenden Dokumente. Auch haben die netten, kompetenten Berater dort nicht die Zeit, Dir alle Zusammenhänge und Einzelheiten ausführlich zu erklären. Dafür musst Du dann auch wieder extra Geld berappen (und nicht wenig). Und sie erklären es auch nicht so leicht verständlich wie die CE-Handbücher. In den Facebook-Gruppen der Vereine kannst Du zwar manche Antwort auf Detailfragen bekommen, aber Schritt für Schritt durch den CE-Dschungel geleitet wirst Du dort nicht. Das machen ausschließlich die CE-Handbücher, oder kostspielige Online-Kurse, die aber nur die Hälfte von dem beinhalten wie die CE-Handbücher.

Ein weiteres Problem: In den Vereinen wirst Du immer auf die offiziellen Dokumente verweisen („Lies die Normen!“). Aber sowohl die Normen als auch die von der EU veröffentlichten Dokumente sind für Prüf-Ingenieure geschrieben und deswegen Bleiwüsten im Paragraphenstil und für Anna Normalverbraucherin zum Teil nur schwer zu verstehen. Und noch schwerer umzusetzen und anzuwenden.

Ich habe das erste CE-Handbuch geschrieben, weil ich mir bei meiner ersten CE-Kennzeichnung für meine Puppen (die ich als Mitglied von „Wir machen Spielzeug“ mit den dort verfügbaren Infos durchgeführt habe) so eine praktische, effiziente und ermutigende Anleitung (und eine Vorlage für die Unterlagen!) dringend gewünscht habe: Ein Buch, das mir alle schwierigen Zusammenhänge in verständlichen Worten erklärt und den riesigen und komplexen Berg Arbeit in leicht verdauliche Happen (Schritte) aufteilt. Damit man nicht immer wieder zurückgeworfen wird, weil man irgendwas vergessen hat oder nicht zur Hand hat. Außerdem fehlte mir komplett die Ermutigung, das „Ab-und-zu-auf-die Schulter-Klopfen“. All das tun nun meine CE-Handbücher.

Du kannst die CE-Handbücher bestellen, wenn Du mir eine e-mail an maike@ce-handbuch.de schickst. Bitten angeben, welches Handbuch gewünscht wird, das für Schnullerketten oder das für weiche Spielzeuge.

Lohnt sich die CE-Kennzeichnung für mich überhaupt? 🙁

Spielzeug verkaufen geht in der EU nur mit CE-Kennzeichen. So viel ist klar. Ob Du es auf Dich nimmst, die CE-Kennzeichnung durchzuführen, um dann ein paar Kuscheltücher jährlich zu verkaufen, ist natürlich eine sensible Frage, die letztlich nur Du selbst beantworten kannst. Da spielen Faktoren eine Rolle, die bei jeder/jedem anders sind: die Zeit, die Du zum Herstellen Deiner Spielzeuge brauchst, der Preis, zu dem Du sie realistischerweise verkaufen kannst, Deine Zielgruppe und wie Du diese erreichst, wie viele Produkte Du eigentlich herstellen willst usw.

Ich möchte zu der Frage nur folgendes zu bedenken geben:

  • Klar kostet die CE-Kennzeichnung beim ersten Durchgang Zeit, Nerven und leider auch Euros. Man hat auch überhaupt keine Lust drauf – man will doch schöne Dinge herstellen und sich nicht mit EU-Normen herumquälen.
  • Aber bitte gib Deinen Traum von der Herstellung Deiner Sachen nicht leichtfertig auf! Es ist absolut möglich, auch als ganz normaler Mensch ein Kleingewerbe mit Spielzeugen zu starten. Der dickste Brocken am Anfang ist sicher die CE-Kennzeichnung. Aber auch das haben schon so viele vor Dir geschafft, und die waren bestimmt nicht klüger oder gewiefter als Du.
  • Nochmal: Es ist zu schaffen, auch für Dich! Stell Dir vor: Du könntest in ein paar Wochen damit durch sein und hättest den größten Brocken dann hinter Dir. Du wirst wahnsinnig stolz auf Dich sein. Deswegen ist der letzte Schritt der CE-Handbücher auch die Selbstbelohnung – mit vielen großen und kleinen Ideen für schöne Unternehmungen oder Momente, das Du Dir dann gönnen sollst.
  • Unter meinen Kundinnen sind Frauen über 60, Frauen, die Angst vor Paragraphen haben, Frauen ohne Schulabschluss, Frauen, die normalerweise Sachen nicht zu Ende bringen können und Frauen, die noch nie mit Gesetzen, Gewerbepflichten und anderen Vorgaben in Berührung gekommen sind. Und auch diese Frauen haben es geschafft. In ihrem Tempo und Schritt für Schritt.
  • Ich kann nur eins sagen: Mit meinen CE-Handbüchern geht es um Vieles leichter als ohne. Aber ich glaube, das hast Du jetzt verstanden 🙂
  • Hier findest Du Infos zum CE-Handbuch für weiche Spielzeuge und hier zum CE-Handbuch für Schnullerketten – was Du alles bekommst (u.a. die Vorlagen) und was in den Büchern alles steht.

Ich hoffe, Du hast nun einen guten ersten Überblick über das Thema CE-Kennzeichnung von Spielzeugen bekommen. Interessante Beiträge findest Du auch in meinem CE-Blog auf dieser Website.

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